Trends 2010
Pierre Guelen, Geschäftsführer der Planon Gruppe, äußert seine Vorstellung von den großen Herausforderungen, denen sich Dienstleistungs- und Immobilienunternehmen jetzt und in der nahen Zukunft gegenüber sehen.
„Unternehmen verändern sich immer
schneller. Arbeit als Umgang mit Informationen ist zurzeit die
vorherrschende Arbeitsform in unserer Wirtschaft und im starken Maß von
der Verfügbarkeit geeigneter Mitarbeiter abhängig. Da diese Form der
Arbeit sehr flexibel und nicht zwingend an Firmenstandorte gebunden
ist, wird sie einen großen Einfluss auf die Organisationsform von
Dienstleistungsunternehmen haben.
Der Aufbau einer flexiblen
Arbeitsumgebung wird eine hohe Priorität bei der Einrichtung von
Bürogebäuden einnehmen. Die wichtigste Aufgabe für
Dienstleistungsabteilungen wird darin bestehen Mitarbeitern „just in
time“ die benötigte Anzahl an Arbeitsplätzen bereitzustellen. Die
bisher gewohnte Arbeitsumgebung wird sich von einer Ansammlung
traditioneller Arbeitsplätze zu einem Netzwerk flexibler Arbeitsplätzen
mit elektronischen Verbindungen entwickeln.
Der Druck auf
Dienstleistungsunternehmen, individuelle Services für Mitarbeiter oder
Abteilungen zu bieten, wächst schnell. Diese Services lassen sich mit
dem Begriff „User Centred Facility Management” (Benutzerorientiertes
Facility Management) umschreiben. Anders ausgedrückt, liegt der
Schwerpunkt nicht mehr auf dem Produkt oder dem Service, sondern gerade
bei dem Mitarbeiter, für den das Produkt oder der Service gedacht ist.
Da wir Dienste liefern, die den spezifischen Benutzeranforderungen
entsprechen, ist das Ergebnis nicht nur eine größere
Kundenzufriedenheit, sondern in den meisten Fällen auch eine
signifikante Kosteneinsparung.
In der Zukunft werden
Dienstleistungsunternehmen immer mehr als Zentrum innerhalb einer Kette
aus flexiblen Prozessen tätig sein. Das Management des
Informationsflusses innerhalb dieser Kette ist von großer Bedeutung.
Die Dienstleistungsabteilung befindet sich sozusagen im Cockpit und
überwacht alle einbezogenen Prozesse. Somit kann bei Bedarf jederzeit
eingegriffen werden. Um diese entscheidende Rolle effektiv einnehmen zu
können, muss die Dienstleistungsabteilung die Leitung bei der
Implementierung von Auftragsprozessen und der Festlegung entsprechender
Informationsmodelle übernehmen.
In den letzten Jahren ist der
Bedarf an „Echtzeit”-Informationen bei der Projekt- und
Prozessentwicklung stark gewachsen. Dies hat u.a. zu einer bedeutenden
Stellung der E-Mail als Kommunikationsmedium geführt. Wenn die
Dienstleistungsabteilung verhindern möchte, mit E-Mails überflutet zu
werden, wird sie die Kommunikation zwischen verschiedenen Parteien in
deutlich festgelegten Prozessen strukturieren müssen. Eine erfolgreiche
Strategie hierbei ist die Verwendung von zentralen Selfservice-Portalen
im Intranet oder Internet. Durch den Einsatz solcher Portale erhält der
Benutzer eine Übersicht über alle relevanten Informationen und kann
verschiedene Service-Abschnitte selbst beginnen und abschließen. Dabei
kann sich der Anwender auch mit den Systemen externer Lieferanten
verbinden.
Immer mehr Unternehmen ziehen die weitere
Integration von Facility Management mit anderen unterstützenden
Diensten in Erwägung. Als Ergebnis hiervon sehen wir die Einführung des
integrierten Arbeitsplatzmanagement-Konzepts. Hinter diesem Konzept
verbirgt sich die Idee, dass alles, was für die Erstellung und
Unterstützung eines Arbeitsplatzes erforderlich ist, von einer
zentralen Abteilung organisiert wird. Das heißt, dass
Immobilienmanagement, Facility Management und IT Management in einer
einzigen Organisation zusammengeführt werden.
Keiner kann die
Zukunft voraussagen, aber es ist offensichtlich, dass es innerhalb
unserer Unternehmen zu großen Veränderungen kommen wird. Dabei stellt
sich die Frage, ob die Mehrheit der Unternehmen in fünf Jahren noch
immer ein unabhängig tätiges Dienstleistungsunternehmen bereitstellen
wird, so wie wir es jetzt kennen. Was auch immer geschehen wird - es
ist deutlich, dass interne Dienstleister schnell und flexibel sein
müssen. Nur dann werden sie in der Lage, sich an den dynamischen Wandel
in ihrem Unternehmen anpassen zu können. Dienstleistungsabteilungen,
denen es gelingt, sich anzupassen, werden noch eine wichtige Rolle
spielen. Denn zweifelsohne werden auch im Jahr 2010 die
Hauptaktivitäten vieler Unternehmen von Mitarbeitern abhängen, die
diese Aktivitäten ermöglichen und unterstützen."

















